Oberflaechenbehandlung Metall

Oberflächenbehandlung Metall

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Eisen oder Stahl ist auch für Zäune und Zaunelemente ein sehr beliebter Werkstoff. Bereits im Mittelalter schufen die Schmiede aus Stahl regelrechte Kunstwerke. Stahl ist sehr robust und mechanisch kaum zu zerstören. Einen entscheidenden Nachteil hat Stahl allerdings, er rostet. Eine unbehandelte Stahloberfläche reagiert mit der Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff. Das Resultat dieser Reaktion ist Eisenoxid, also Rost. Bei anderen Metallen wie Aluminium, Zink oder Edelstahl schützt die entstehende Oxidschicht das Material vor weiterer Zersetzung. Nicht so bei Eisen oder Stahl. Rost ist porös und nimmt noch zusätzlich Wasser auf. Der Prozess endet erst wenn, sämtliches Eisen in Eisenoxid umgewandelt ist und sich das Bauteil nicht in Luft, aber in Rost aufgelöst hat.

Verschiedene Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung von Metall

Lackieren: Oberflächenbehandlung selbst gemacht

Für den Heimwerker ist eine gute Lackierung die einfachste Möglichkeit Stahl oder Eisen wirksam vor Korrosion zu schützen. Neue und blanke Eisenteile werden am wirksamsten mit einer Rostschutzgrundierung und zwei, besser drei Schichten Decklack geschützt. Dabei ist es besonders wichtig die einzelnen Farbschichten ausreichend Ablüften zu lassen und, vor dem nächsten Anstich leicht anzuschleifen. Auch die Produkte müssen zueinander passen. Unterschiedliche Lösungsmittel in den Farben können sich gegenseitig negativ beeinflussen und zur Blasenbildung oder Ablösung der vorherigen Farbschicht führen. Ein fachgerecht ausgeführter Anstrich kann, je nach Klimabedingungen, bis zu zehn Jahren halten. Da durch UV Strahlung des Sonnenlichtes und Witterung die Farbschichten langsam aber sicher zersetzt werden, empfiehlt es sich den Anstrich zu erneuern, bevor alle Schichten zerstört sind und das Metall beginnt zu rosten. Ist dieser Zeitpunkt einmal verpasst bleiben, zwei Möglichkeiten. Entweder das Material wird mittels schleifen oder Sandstrahlen wieder komplett blank gemacht und neu gestrichen, oder es wird nur grob von losem Rost befreit und mit modernen Produkten wie Hammerite behandelt. Solche Produkte wandeln den vorhandenen Rost chemisch um und können auch auf rostige Oberflächen aufgetragen werden. Sicherlich ein Vorteil, aber von der Haltbarkeit her können diese „Wunderlacke“ mit einer klassischen Farbbeschichtung nicht wirklich mithalten.

Vorteile: geringer technischer Aufwand, vom Laien durchführbar, auch auf bereits angerostetem Material anwendbar, breite Farbpalette zur Auswahl, leicht auszubessern

Nachteile: relativ geringe Haltbarkeit, hoher Pflegeaufwand

Feuerverzinken eine dauerhafte Beschichtung für die Industrie

Bei diesem Verfahren wird das eiserne Bauelement in 450 °C heißes, flüssiges Zink getaucht. Die Oberfläche des Stahls geht dabei mit dem Zink eine dauerhafte Verbindung ein. Darüber bildet sich eine flächendeckende Zinkschicht. Das Ergebnis ist eine recht raue, matte, graue Oberfläche. Sie kann ohne Weiteres mit handelsüblichen Lacken gestrichen werden. Je nach Umgebungsbedingungen schützt die Zinkschicht den Stahl maximal 50 Jahre.

Vorteile: lange Haltbarkeit, leicht überstreichbar, individuelle Farbauswahl

Nachteile: nur bei neuen oder absolut blanken Stahlteilen anwendbar, hohe Kosten, nur von der Industrie, mit entsprechender Ausrüstung, durchführbar

Pulverbeschichtung eine moderne Oberflächenveredelung

Pulverbeschichten kann man generell nur elektrisch leitfähige Materialien. Nach einer entsprechenden Vorbehandlung wie entrosten und entfetten, wird das Bauteil elektrisch aufgeladen. Das Farbpulver wird mittels einer Sprühpistole aufgebracht und haftet durch die statische Aufladung am Werkstück. Durch nachträgliches Erwärmen schmelzen die Pulverpartikel auf und verkleben zu einer homogenen Oberfläche.

Vorteile: sehr beständige und gleichmäßige Oberfläche

Nachteile: individuelle Farbwünsche sind nur schwer zu realisieren oder sehr kostspielig, mechanische Beschädigungen der Oberfläche können vom Laien nicht ausgebessert werden

Aluminium und Edelstahl brauchen keinen Korrosionsschutz

Auch im Zaunbau wird mittlerweile Aluminium und Edelstahl eingesetzt. Der deutlich höhere Materialpreis relativiert sich im Laufe der Jahre durch den minimalen Pflegeaufwand. Solche Zäune und Geländer halten theoretisch ewig und können das zugehörige Bauwerk locker überleben.

Vorteile: sehr geringer Pflegeaufwand, lange Haltbarkeit

Nachteile: sehr hoher Materialpreis

Metall ist ein ausgezeichnet geeigneter Werkstoff für den Zaunbau. Wer sich für einen Metallzaun entschieden hat, muss sich lediglich um die Art und Weise der Oberflächenveredelung Gedanken machen. Wer gern im Garten arbeitet, kann viel Geld sparen. Wer die Zaunpflege eher als notwendiges Übel ansieht, kann mit Edelstahl oder Aluminium den Pflegeaufwand auch auf die gelegentliche Reinigung reduzieren.